98,5 Prozent für SPD-Frau Karin Frankerl

30. September 2019

Karin Frankerl fordert bei der OB-Wahl 2020 Amtsinhaber Andreas Feller (CSU) heraus. Ihr Motto: „Schwandorf kann mehr“.
Eine Überraschung war es nicht mehr, wen die SPD ins Rennen um den Chefsessel im Schwandorfer Rathaus schicken würde. Bereits im Juli hatte die Partei bekanntgegeben, dass Karin Frankerl den Amtsinhaber Andreas Feller von der CSU herausfordern wird. Nun wurde die Schwandorfer Triathletin, die sich seit 2006 für die lokalen Sozialdemokraten engagiert, bei der Nominierungsveranstaltung im Konrad-Max-Kunz-Saal offiziell zur Spitzenkandidatin gewählt. Dabei entfielen 66 von insgesamt 67 Stimmen auf die einzige Bewerberin.

In ihrer Rede spielte Frankerl vor allem ihre Verwaltungserfahrung aus, bestehend aus einer fast 30-jährigen Tätigkeit im Landratsamt Schwandorf. „Für mich ist Verwaltung keine trockene Materie, nein, für mich ist es lebendiges Gestalten“, erklärte sie. „Ich habe großen Respekt vor dem Amt und ich traue mir das zu.“

„Mein Herz brennt für Schwandorf“, sagte sie mit Blick auf die Frage, wieso sie sich für eine Kandidatur entschieden hat. Während der letzten Jahre habe sich in der Großen Kreisstadt vieles verändert, aber es liege auch manches im Argen. Frankerl nannte beispielhaft den „Schandfleck“ Meierhofer-Anwesen oder das Schmidt-Bräu-Gelände, wo sich bis heute nichts Wesentliches bewegt habe. Auch kritisierte sie, dass von den früher fast 1000 städtischen Sozialwohnungen gerade noch 74 übrig seien und sprach sich für eine Stadtbaugesellschaft aus.

Alternative zum CSU-OB Andreas Feller

Frankerl will sich und die SPD-Fraktion als „sehr gute und vernünftige Alternative zum CSU-Oberbürgermeister“ präsentieren. Denn, so die Spitzenkandidatin: „Wenn etwas nicht funktioniert, dann muss es geändert werden.“ Für sie muss ein OB Sachverstand und Verwaltungskompetenz mitbringen, außerdem auch Durchsetzungsvermögen, um sich gleichermaßen unangenehmen Themen zu widmen. Probleme zu ignorieren, so Frankerl, sei nicht ihre Art. Zudem brauche es einen „ständigen Austausch mit den Angestellten“, die ihrerseits „mit Sachkenntnis und Freude Projekte leiten“.

Das wesentliche politische Ziel für die Sozialdemokraten ist eine Stadt, in der sich Menschen „jeglicher Herkunft und jeglichen Alters“ wohlfühlen. Auch müssten sich Vereine und Organisationen „hier zu Hause fühlen“, Wirtschaft und Handel „florieren“. „Wir wollen eine lebendige Stadt“, sagte Frankerl, die sich dementsprechend mit dem Slogan „Schwandorf kann mehr“ im Wahlkampf präsentieren wird.

Inhaltlich will die Spitzenkandidatin mit einem breiten Programm punkten, um sich so den gesellschaftlichen und demographischen Entwicklungen zu stellen. Unter anderem forderte sie ein Energie- und Klimaschutzkonzept, kleinere und umweltfreundlichere Busse sowie eine zusätzliche „Altstadtlinie“, die die Innenstadt und die Seniorenheime in regelmäßigem Takt mit den Einkaufszentren verbindet. Diese Linie müsse für alle kostenfrei sein.

Frankerls Konzept für Schwandorfs Stadtpark

Für die Innenstadt selbst schwebt Frankerl wiederum ein „erfolgreiches Leerstandsmanagement“ vor, ebenso ein Gesamtkonzept für den Stadtpark, um diesen attraktiver zu gestalten. Dafür könne sie sich gut einen Wasserspielplatz vorstellen, der im Winter als Eislaufbahn nutzbar sein soll, und eine Verbindung zum Volksfestplatz per Fuß- und Radweg. Ebenso versprach Frankerl, sich für ein Schulkonzept und für eine zügige Umsetzung eines neuen Jugendzentrums einzusetzen. Mit diesen und weiteren Zielen will sie nun gemeinsam mit den Schwandorfer Sozialdemokraten die Bürger der Stadt von sich überzeugen.

Weitere Punkte

Klardorf:

In Klardorf fordert Frankerl einen Bahnhalt, ebenso einen Stopp des Kiesabbaus.

Tempo:

Im Stadtgebiet will die SPD – außer in Hauptverkehrsstraßen – eine Tempo-30-Zone, in der Innenstadt Tempo-20.

Bericht: Mittelbayerische - von Johannes Hartl

Quelle: https://www.mittelbayerische.de/region/schwandorf-nachrichten/985-prozent-fuer-spd-frau-karin-frankerl-21416-art1832313.html

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