Die VHS wird in städtischer Hand bleiben

23. Oktober 2019

Deutlicher hätte die Absage nicht ausfallen können. Ohne Gegenstimmen hat der Stadtrat am Montag einen Antrag der SPD angenommen, dass sich die Stadt „gegen die Übertragung der gemeindlichen Aufgabe der Erwachsenenbildung an den Landkreis Schwandorf“ ausspricht.

Dass dieses Thema überhaupt auf der Agenda stand, ist einem Vorstoß geschuldet, den der Kreistag im Juli unternommen hat. Damals stimmte das Gremium einstimmig dafür, den Kommunen die Übernahme der Volkshochschulen (VHS) anzubieten. Gerade für kleinere Einrichtungen sollte das einen Vorteil darstellen, weil diese die teils strengen Förderkriterien des bayerischen Volkshochschulverbands häufig nicht mehr erfüllen können.

Beitritt zum Landkreis bringt keinen Vorteil

Bei einer mehrheitlich positiven Rückmeldung würde das bedeuten, dass die Erwachsenenbildung von den Kommunen auf den Landkreis übergeht. Es gäbe dann also eine einheitliche VHS für den gesamten Landkreis. Für die Stadt Schwandorf aber ist das keine Option, die für die Einrichtung irgendwelche Vorteile bringen würde, wie zuvor auch VHS-Geschäftsführer Erhard Sailer dem Gremium erklärte. „Von Seiten der VHS Schwandorf besteht kein Handlungsbedarf“, so Sailer. Zumal die Einrichtung derzeit alle Kriterien übertrifft. Ein Beitritt zu einer landkreisweiten VHS bringe mithin keinen Vorteil, er sei im Gegenteil mit Nachteilen verbunden.

Sailer verwies vor allem auf die Kosten, die für einen Verbund sogar höher ausfallen würden. Und: Es sei nicht zuletzt der Rechtsform als kommunale Einrichtung zu verdanken, dass die VHS heute so erfolgreich arbeitet. Auch die Verwaltung empfahl eine Absage. Letztlich setzte sich aber der SPD-Antrag durch. Anders als in der Verwaltungsvorlage waren hier die zwei Formulierungen „zum gegenwärtigen Zeitpunkt“ und „mangels Handlungsbedarf“ nicht enthalten, die in der Diskussion beide von den Sozialdemokraten und von den Unabhängigen Wählern (UW) beanstandet wurden.

„Unsere VHS ist sehr gut aufgestellt.“ Andras Wopperer (CSU)

SPD-Fraktionschef Franz Schindler betonte, dass die Organisation in einem Verein oder Zweckverband „gravierende Auswirkungen“ hätte. Gegenüber den bestehenden Strukturen habe das eine deutlich geringere Transparenz zur Folge. Das sah Andreas Wopperer für die CSU ganz genauso. „Unsere VHS ist sehr gut aufgestellt“, sagte er. Weder für den jetzigen Träger noch für die Teilnehmer würden sich „irgendwelche großartigen Vorteile“ abzeichnen, wenn man die VHS abtrete.

Die VHS habe „über die Stadt hinaus einen sehr guten Namen und ein Renommee“, unterstrich auch UW-Fraktionschef Kurt Mieschala und sprach sich gegen eine Übernahme aus. Die Arbeit, die dort geleistet wird, könne man gar nicht hoch genug einschätzen. „Das soll weiterhin so bleiben.“ Das Angebot des Landkreises wurde damit eindeutig zurückgewiesen. Es bleibt also alles beim Alten.

Bericht: Mittelbayerische - von Johannes Hartl

Quelle: https://www.mittelbayerische.de/region/schwandorf-nachrichten/die-vhs-wird-in-staedtischer-hand-bleiben-21416-art1838115.html

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