SPD will OB-Sessel zurückerobern

07. Januar 2020

Das Dreikönigstreffen verbindet der SPD-Stadtverband Schwandorf mit dem Wahlkampfauftakt. Oberbürgermeisterkandidatin Karin Frankerl gibt sich in ihrer Rede im Konrad-Max-Kunz-Saal kämpferisch und formuliert ein ambitioniertes Ziel.

Die 53-jährige Verwaltungsfachangestellte Karin Frankerl möchte für die SPD den Oberbürgermeister-Sessel zurückgewinnen und ist überzeugt: "Schwandorf kann mehr". Zum Beispiel bei den Maßnahmen zum Klimaschutz. Die SPD-Kandidatin hat ein fertiges Konzept zur energetischen Gebäudesanierung, zum Bau von Solar- und Windkraftanlagen und zur Energiegewinnung durch Blockheizkraftwerke in der Schublade.

Den öffentlichen Personennahverkehr in der Stadt will Karin Frankerl auf neue Beine stellen, denn: "Es ist weder sicher noch ökologisch sinnvoll, wenn sich die riesigen Stadtbusse über den Ranchberg hinauf- und auf der anderen Seite wieder hinunterschlängeln".

Mit einer generellen Tempo-30-Zone in den Wohngebieten und dem Ausbau der Radwege will die OB-Kandidatin die "Straßen sicherer" machen. Zu bestimmten Anlässen soll die Innenstadt zur Fußgängerzone werden. Karin Frankerl möchte das Problem der Leerstände "mit Nachdruck" angehen und versuchen, die Schuierer-Mühle in den städtischen Besitz zu bekommen. Den Bau eines Stadthotels hält die SPD-Politikerin für genauso wichtig wie die Anbindung des Stadtparks an den Marktplatz und die Ansiedlung eines Supermarktes in der Innenstadt.

Günstiges Bauland schaffen

Neue Wohnformen für Senioren stehen ebenso im SPD-Wahlkampfprogramm wie die Schaffung von günstigem Bauland und die Gründung einer städtischen Wohnbaugesellschaft. "Auch die Pläne für den Ausbau des Lokschuppens haben wir noch nicht aufgegeben", ließ Karin Frankerl die Mitglieder wissen. Sie kommt aus dem Sportbereich und möchte vor allem den "aufstrebenden Schwimmclub" mit besseren Bedingungen im Hallen- und Freibad unterstützen. Die Bewerberin legte ein klares Bekenntnis zum Fortbestand der 16 Feuerwehren in der Stadt ab und drängt auf ein Konzept zum Bau einer neuen Feuerwache für die städtische Wehr.

Mit dem Einzug ins Rathaus will Karin Frankerl das "Kompetenzzentrum Stadtverwaltung" stärken. Sie verspricht "eine rasche Umsetzung der Beschlüsse und eine umgehende Behandlung der Anträge im Stadtrat". Dass beides unter dem amtierenden Oberbürgermeister nicht geschehe, kritisierte auch Stadtverbandsvorsitzender Manfred Schüller. Der SPD-Stadtrat zitierte aus einer Verlautbarung der CSU, wonach "Hotel und Kino Formen annehmen". Davon könne er nichts bemerken, stellte er fest.

OB "äußerst schwach"

"Schwandorf würde mit einem SPD-Oberbürgermeister heute besser dastehen", findet auch Kreisvorsitzender und Landratskandidat Peter Wein. Für "äußerst schwach" hält auch Fraktionsvorsitzender Franz Schindler den amtierenden Oberbürgermeister, dem er vorwirft: "Über die Pflichtaufgaben hinaus geschieht nichts in Schwandorf". Dabei könne die Stadt angesichts der sprudelnden Steuereinnahmen aus dem Vollen schöpfen. Das Ziel der Sozialdemokraten bei der Kommunalwahl formulierte Karin Frankerl: "Wir wollen am Ende den Oberbürgermeister und mindestens zehn Stadträte stellen".

Bericht: Onetzt - von Rudol Hirsch

Quelle: https://www.onetz.de/oberpfalz/schwandorf/spd-will-ob-sessel-zurueckerobern-id2937857.html

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